Darstellung der 1. Trauerphase nach Verena Kast: NICHT-WAHRHABEN-WOLLEN

 

Typische Gefühle           Typische Äußerungen                              Körperlich/seelische Reaktionen

 

Leere                               „Das ist nicht möglich.“                                      Schockzustand: Veränderter Pulsschlag, Herzrasen

Hohlheit                         „Ich fühle mich verloren.“                            Schweißausbrüche

Unwirklichkeit                „Ich fühle mich in der Schwebe.“                 Übelkeit, Erbrechen       
Empfindungslosig-          „Alles ist so unwirklich.“                             Motorische (körperliche) Unruhe
keit                                  „Nein, das kann nicht wahr sein.“               Verzögerte Reaktionen

Überwältigt-Sein             „Es muss sich um einen Irrtum                    Bewegungslosigkeit, Starre                            
Betäubung                       handeln.“                                                       Sprachlosigkeit
                                                                                                               Kontaktverweigerung
                                                                                                       Verwirrung, Desinteresse

                                                                 

Anregung für BegleiterInnen:

 

-         Alltägliche Besorgungen übernehmen.

-         Für das Aufrechterhalten des Tagesrhythmus’ sorgen (Aufstehen, Anziehen, Essen, Ausgehen, Ruhen, Arbeiten…..)

-         Trauernde dort unterstützen, wo sie überfordert sind.

-         Hilfestellungen bei Regelungen, die im Zusammenhang mit dem Todesfall stehen.

-         Trauernde nicht allein lassen.

-         Trauernde in ihren Reaktionen nicht bevormunden.

-         Da-Sein, ohne viel zu fragen.

 

 

Quelle: „Zeit des Abschieds.  Sterbe- und Trauerbegleitung“ Monika Specht-Tomann, Doris Tropper, Patmos Verlag Düsseldorf, 1998

 

Seminarunterlage 2004:

Dr. Herta Scheucher, Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Rudolf-List-Gasse 45, 8010 Graz, Tel.:0316/ 46 38 74,   www.herta-scheucher.at 
 herta _ scheucher@hotmail.com                                                                                                                                                                        c:Seminar-Inhalte/1.Trauerphase          

Darstellung der 2. Trauerphase nach Verena Kast: AUFBRECHENDE EMOTIONEN

 

Typische Gefühle           Typische Äußerungen                              Körperlich/seelische Reaktionen

 

Wut                                 „Wie konntest du mir das antun?“                 Reizbarkeit, Depression, Apathie

Ohnmacht                      „Warum hat sie mich allein zurück               Desinteresse

Zorn                               gelassen?“                                                 Panikattacken, Herzrasen
Traurigkeit                      „Nun muss sie nicht mehr leiden.“               Brustbeklemmungen
Freude                           „Die Ärzte sind an allem schuld.“                Kurzatmigkeit, Atemnot 

Angst                             „Hätte ich ihn nicht allein gelassen.“           Stimmungslabilität                  
Schuldgefühle                 „Hätte ich mehr für ihn getan, wäre              Anklage – Idealisieren
                                      er nicht tot.“                                                 Konzentrationsstörungen

                                      „Mein Schmerz wird immer größer.“            Appetitmangel, Schlafstörungen

                                                                 

Anregung für BegleiterInnen:

-          Gefühlsausbrüche können heilsam sein und sollten nicht als Störungen verstanden werden.

-          Wut, Zorn gehören ebenso zur Trauer wie depressive Verstimmungen.

-         Von ungelösten Problemen, Schuldgefühlen und Konflikten nicht ablenken.

-         Ablenken ist selten hilfreich sondern unterstützt das Verdrängen und verzögert den Trauerprozess.

-         Probleme aussprechen lassen.

-         Schuldgefühle nicht ausreden. Da-Sein, Zuhören. Keine wertenden Stellungnahmen abgeben.

-         Am Erleben und Erinnern des Trauernden anteilnehmen.

-         Anregungen für alltägliche Erleichterungen geben (z.B. Tagebuchschreiben, Spazierengehen, Entspannungsübungen etc.)

 

 

Quelle: „Zeit des Abschieds.  Sterbe- und Trauerbegleitung“ Monika Specht-Tomann, Doris Tropper, Patmos Verlag Düsseldorf, 1998

 

Seminarunterlage 2004:

Dr. Herta Scheucher, Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Rudolf-List-Gasse 45, 8010 Graz, Tel.:0316/ 46 38 74,   www.herta-scheucher.at 
 herta _ scheucher@hotmail.com                                                                                                                                                                        c:Seminar-Inhalte/2.Trauerphase          

 

Darstellung der 3. Trauerphase nach Verena Kast: SUCHEN UND SICH-TRENNEN

 

Typische Gefühle           Typische Äußerungen                              Körperlich/seelische Reaktionen

 

Einsamkeit                      „Ich glaube, sie im Garten zu sehen.“           Depressive Zustände

Verzweiflung                  „Um 6 Uhr glaube ich, er kommt heim.“      Suizidale Gedanken

Unverständnis                „Nachts glaube ich, sie ist bei mir.“              Intensive Träume
Minderwertigkeits- „Niemand kann mich wirklich verstehen.“    Zeitweiser Realitätsverlust
gefühle                           „Ich sehe überall Menschen, die ihm            Suchverhalten 

Hilflosigkeit                    ähnlich sehen.“                                           Lautes Reden mit dem Toten
Freude                            „Ich suche sie überall.“                               Innere Zwiegespräche
Dankbarkeit                    „Das hätte er auch so gemacht …“               Phasenweise: überaktiv - apathisch

Unruhe                           „Wie lang muss ich noch leben?“                Immer wieder: Suchen – Finden – Trennen
Identifikation                  „Er hat mein ganzes Leben bestimmt.“

                                                                 

Anregung für BegleiterInnen:

-         Alle Erlebnisse der Vergangenheit dürfen angesprochen werden – keine Zensur vornehmen.

-         Akzeptieren, dass immer wieder in verschiedenen Formen „gesucht“ wird.

-         Geduld. Zeit lassen.

-          Zuhören, auch wenn man die Geschichten (so oder auch anders) schon kennt.

-         Gefühle ernst nehmen, die durch Erinnerungen und Erzählungen wieder auftauchen.

-         Phantasien zulassen, die den Tod des Verstorbenen bezweifeln – ohne selbst mitzuphantasieren.

-         Bei Selbstmordgedanken kontinuierlich begleiten. - Kein Drängen auf akzeptieren des Verlustes.

-         Unterstützung bei Ansätzen der Neuorientierung.

 

Quelle: „Zeit des Abschieds.  Sterbe- und Trauerbegleitung“ Monika Specht-Tomann, Doris Tropper, Patmos Verlag Düsseldorf, 1998

 

Seminarunterlage 2004:

Dr. Herta Scheucher, Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Rudolf-List-Gasse 45, 8010 Graz, Tel.:0316/ 46 38 74,   www.herta-scheucher.at 
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Darstellung der 4. Trauerphase nach Verena Kast: NEUER SELBST- UND WELTBEZUG

 

Typische Gefühle           Typische Äußerungen                              Körperlich/seelische Reaktionen

 

Glück                               „Endlich ist das Chaos zu Ende.“                 Normalisierung veränderter Körperfunktionen

Freude                           „Ich fange neu an.“                                     Orientierungsschwierigkeiten

Selbstständigkeit             „Ich bin stolz das gemeistert zu haben.“       Anfälligkeit für Rückfälle
Befreiung                       „Mein Leben hat wieder Sinn.“                    Labile Stimmungslage

Selbstachtung                 „Ich fühle mich befreit.“                              Überreaktion auf jede Form von Verlust

Erleichterung                  „Er ist mein innerer Begleiter.“                    Änderung der Selbst- und Fremdbilder

Freiheit                           „Ich verstehe jetzt mehr vom Leben…“      

 

Anregung für BegleiterInnen:

 

-         Dafür sorgen, dass der Trauernde auch den Begleiter loslassen kann.

-         Akzeptieren, in der bisherigen Form nicht mehr gebraucht zu werden.

-         An der Situation der Hilflosigkeit des Trauernden nicht festhalten.

-         Eigene „Bedürftigkeit“, helfen zu müssen überprüfen (Helfer-Syndrom!!!)

-         Veränderungen im Beziehungsnetz des Trauernden begrüßen und unterstützen.

-         Neues akzeptieren.

-         Sensibel bleiben für mögliche Rückfälle.

-         Gemeinsam Formen suchen, die Trauerbegleitung behutsam zu beenden oder umzugestalten.

 

 

Quelle: „Zeit des Abschieds.  Sterbe- und Trauerbegleitung“ Monika Specht-Tomann, Doris Tropper, Patmos Verlag Düsseldorf, 1998

 

Seminarunterlage 2004:

Dr. Herta Scheucher, Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Rudolf-List-Gasse 45, 8010 Graz, Tel.:0316/ 46 38 74,   www.herta-scheucher.at 
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