Krebstheorien nach Ken
Wilber
Der amerikanische Autor Ken Wilber
hält fünf subjektive Denkmuster für typisch:
- Ökologische Krankheitstheorien: Schädliche
Umwelteinflüsse (Umweltgifte, Erdstrahlen, Wasseradern) werden als Verursacher
angenommen. Heilung erwartet man von entsprechenden Gegenmaßnahmen.
- Esoterische Krankheitstheorien: Als Ursache der
Erkrankung wird „negatives Denken“ angenommen. Zur Heilung muss demnach
positives Denken aktiviert werden.
- Religiöse Krankheitstheorien: a) Krankheit wird als
Strafe Gottes gesehen. Buße und Umkehr werden als Gegenstrategien betrachtet.
b) Eine unerklärliche Fügung Gottes hat zur Krankheit geführt. Ziel ist daher
nicht die Bekämpfung der Krankheit, sondern das Annehmen des göttlichen
Willens.
- Medizinische Krankheitstheorien: Die Krankheit wird auf
bio-physikalische Ursachen zurückgeführt. Schulmedizinische (Strahlen- u.
Chemotherapie, Operation) oder koplementärmedizinische Maßnahmen entsprechen
diesem Denkmuster.
- Psychosomatische Krankheitstheorien: Hierher gehören
alle Theorien, die als Ursache der Krebserkrankung eine seelische Verletzung
annehmen. Der Krebs wird hier als Symptom für ein anderes – seelisches –
Leiden gesehen. Hierher gehören a) frühkindliche Frustrationen aber auch
spätere, unbewältigte Schocks und Traumata oder b) krankmachende Einflüsse
dysfunktionaler sozialer Systeme (v.a. von Familie oder Partnerschaft).